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Im Supermarkt verhungert

15. Februar 2009

So weit hat der Fortschritt uns gebracht: Skelette liegen im Supermarkt vor der dem Konservenregal. Mit letzter Kraft haben Menschen hier versucht sich vor dem Hungertod zu retten und sind inmitten riesiger Lebensmittelvorräte verendet – WEIL SIE DIE PACKUNG NICHT GEÖFFNET BEKOMMEN HABEN.
Das gleiche Problem hat man allerdings auch bei allen anderen Produkten – schon mal versucht eine Webcam auszupacken? Eben! Dem soll jetzt ein neues Supertool abhelfen: Das OPEN-X (s. Bild). Da es offensichtlich in einer dieser atomkriegsicheren Verpackungen daherkommt, sehe ich in dieser Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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Dortmunder Humor

20. Januar 2009

Manchmal sieht man so Menschen, die suchend umherblicken, wie ein Kind, das sich verlaufen hat oder jemand, der sich nicht entscheiden kann, welchen Weg er einschlagen soll. Sie laufen vor und zurück, lesen Schilder, Treppe hoch, Treppe runter, sprechen vielleicht jemanden an.

Wenn Ihr diese Leute für autistisch, senil oder einfach bescheuert haltet, vergesst es! Das bin dann wahrscheinlich einfach ich, wenn ich gerade zum ersten Mal da bin.

Heute habe ich mich aber recht schnell entschieden und bin im Dortmunder Südbad durch die Tür mit dem meterhohen Schriftzug „EINGANG/KASSE“ gegangen. Dahinter saßen zwei Frauen in orangenen T-Shirts an einem Tisch. Auf dem Tisch stand nichts weiter als eine Kanne Kaffee. Keine Kasse in Sicht.

Ich (nun doch wieder etwas verwirrt): „Sind Sie die Kasse?“

Eine der beiden Angestelltinnen: „Nein, wir sind das Personal!“

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Heldenschrott I

18. Januar 2009

Was bleibt?

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Nur ein toter Fußballfan…

26. Dezember 2008

Flutlicht statt Grabkerze

Sie schlafen in Vereinsbettwäsche und brennen sich zum Frühstück das passende Wappen auf den Toast: Fußballfans jeglicher Clubpräferenz. Anhänger des Hamburger Sport Vereins können die Identifikation mit ihrem Club jetzt sogar nach dem Tod noch fortsetzen. Dort, wo früher Bundesligisten kickten, auf dem Vereinsfriedhof gleich gegenüber der Nordbank-Arena in Altona, finden seit September stilechte HSV-Beerdingungen statt.

Deutschlandradio Kultur – Neonlicht – Vom Banker zum Bestsellerautor

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Du und dein Haus

3. November 2008

Ein Satz zum Nachdenken:

„Eine Gegensprechanlage informiert Sie rechtzeitig über Ihre Gäste.“

aus:Penthouse Dortmund Top renovierte Attikawohnung in der Dortmunder-City bei Immonet.de

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Have a nice sitdown – on my chimney!

19. September 2008

Wenn im Schnee spielen die Kinder, dann ist Winter!

Bei dieser alten Bauernregel sind wir zwar noch nicht ganz angelangt, aber Bodennebel, Raureif und kalte Ohren hat dieser Morgen schon zu bieten.

Daher nimmt es nicht wunder, dass bei Krähen heute morgen sehr beliebt ist, die Zeit zwischen erstem und zweitem Frühstück auf Schornsteinen zu verbringen. Da sind sie total zugequalmt, aber es ist schön warm.

Crow on chimney

Crow on chimney

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Gourmets auf der Flucht

4. September 2008

Es gibt Leute, die verdienen hauptberuflich Ihr Geld damit, sich Dinge auszudenken, die es vorher noch nicht gab („kreativ“, „innovativ“, „zukunftsorientiert“) und die, da es sie nun gibt, niemand mehr missen möchte („Mehrwert“, „Trend“, „Kult“).
Deshalb gibt es so viele Produkte, die uns irgendwie verdächtig bekannt vorkommen, weil wir sie so ähnlich irgendwo schon mal gesehen haben und die wir nur kaufen, um zu sehen, ob unsere kleinen Geschwister sich trauen, das auszuprobieren.
Im visuellen Dunst der Neunziger-Jahre-Pastellfarben trat mir heute eine total kreative Création eines Lindt-Chocolatiers entgegen: Die Sorte Zitrone-Lavendel habe ich allerdings schon als Waschmittelodeur verschmäht, da ich schließlich noch lange nicht 80 bin und die Sorte Thymian-Orange klingt für mich viel zu sehr nach Erkältungstherapie.
Kein Wunder, dass ich statt „Provence“, wie die Serie heißt, „Perversion“ gelesen habe.

Oma-Design vom Feinsten

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Beton brennt doch

22. Juni 2008

Das Ruhrgebiet ist ein großes Puzzle aus Beton-Blöcken und -Platten. Besonders die Universitäten des Ruhrgebiets wirken wie Großmachtsphantasien durchgedrehter Architekten. Am Info-Punkt z. B. der Ruhruni erhält der vom vielen Beton wie versteinerte Besucher erst einmal einen Lageplan. Dann geht es treppauf, treppab über glatten Beton. Doch HALT! Glatter Beton? Von wegen. Es bröckelt allerorten.
Der offizielle Grund für die zerbrochenen Gehwegplatten der Ruhr-Uni Bochum: Beim Verleih einer kunstmarmornen Rekonstruktion der Polyphemgruppe von Sperlonga an ein Museum habe die Transportfirma die Platten beschädigt. Kommentar eines Ehemaligen: „Ich wusste, die würden irgendwann eine Ausrede finden!“

Polyphemgruppe von Sperlonga

Polyphemgruppe von Sperlonga

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Seventies-Architektur mit Nachschlag

17. April 2008

Architektur-Fans, die im Wuppertale weilen, lassen ihren Blick über die Skyline auf den umliegenden Berghängen schweifen. Diese besteht nicht nur aus Kirchtürmen, sondern vor allem aus den Betonsäulen der Bergischen Universität Wuppertal, die 1972 auf den Hang geklebt wurde. Der gesamte Bergkamm ist nun ein Beton gewordenes Elend aus Treppen und undurchsichtigen „Verbindungssegmenten“. Die Gebäudeteile tragen meterhohe Aufschriften wie ME (für Mensa, auch am typischen Geruch zu erkennen) und – noch einleuchtender – BZ für Bibliothek.

Bestimmt war das 1972 total schick und modern. So modern dann aber auch wieder nicht, denn die superpraktische Hang-Architektur war leider nicht sozialen Anforderungen des mindestens ausgehenden 20. Jhs. gewachsen. So ist dann auch der etwas abseits aufgestellte Hochschul-Kindergarten deutlich jüngeren Datums und voll öko als Blockhaus angelegt (garantiert mit formaldehydfreien Holzlacken).

Der Wahlspruch, der an diesem Nachschlag auf den Campusbau prangt, lautet: „Probieren geht über studieren!“ Und für diesen sensationellen frühkindlichen Akt des Widerstandes gegen die Eltern hat sich der Ausflug nach Wuppertal ja nun wirklich gelohnt.

Wuppertal Skyline

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Südhessischer Plusquamperfekt

5. Oktober 2007

Im Südhessischen ersetzt der Plusquamperfekt alle Vergangenheitsformen. Da kommt dann sowas bei raus:

„Ich war noch nie auf der Autobahn gefahrn gewesen.“

(Südhessin im Deutschlandfunk)

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Der wahre Hamburger

3. September 2007

„Ist die Reeperbahn eigentlich auch so generell das Vergnügungsviertel in Hamburg?“, fragt der Herr mittleren Alters in der S-Bahn die Frau, die mit ihm eingestiegen ist.

Diese zögert. Darauf ich: „Nur für Touristen!“

Jetzt die Frau: „Danke, mir ist die Antwort gerade nicht eingefallen.“

Daran erkennt man den wahren Hamburger: Er verschmäht die Reeperbahn als Touristenfalle.

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Luxuriant Flowing Hair Club for Scientists™

2. August 2007

Es gibt einen Club für langhaarige Wissenschaftler! Er heißt Luxuriant Flowing Hair Club for Scientists.

In den Bildergalerien auf ihrer Clubseite sieht man langhaarige Wissenschaftler in haarsträubenden Experimenten.

Sagenhafte Mad Scientists!